Spielen

Ich lade dich ein, mit mir und anderen Menschen zu spielen. Unser Spielfeld ist dieser wunderbare Ort hier auf Sylt,  der Ort Keitum mit seinen engen Straßen entlang der alten Kapitänshäuser und dem Wattenmeer, das kommt und geht.

Als ich Kind war, wollte ich Fußballprofi werden. Mit 16 Jahren musste ich nach anderen Möglichkeiten suchen, spielerisch mein Geld zu verdienen. Ich lernte das Bassgitarrenspiel und wurde Mitglied einer Tanzkapelle.

Nach dem Abitur entfernte ich mich vom Spiel und belud mich mit einem Jurastudium und dem, das folgte.

Heute will ich wieder spielen. Nein, nicht die Spiele, die wir im Erwachsenenalter spielen oder spielten, nicht Hockey, Schach, Reiten, Segeln oder andere Mannschafts- und Einzelsportarten, auch nicht das Spiel der Liebe. Wir spielen die Spiele unserer frühen Kindheit. Was waren die Spiele unserer frühen Kindheit bis zum Beginn der Pubertät?  Und was war das Besondere an den Spielen unserer Kindheit? Träumen, Gedankenreisen, Gummitwist, Hinkeln, Murmeln, Balancieren auf Baumstämmen, die Realität verlassen und in die Rolle eines anderen schlüpfen, Seifenblasen, die Straßen mit Kreide bemalen, Seilspringen, den Ball oder Flummi zuwerfen, Buden bauen, auf Bäume klettern, Zigarre rauchen, Steine werfen, im Sand sitzen und die Autos fahren lassen, Balgen, Raufen, Singen, Lachen und der Puppe die Haare kämmen? Wir tauchten ein ins Spiel, vergaßen die Zeit. 

Jedes Angebot braucht eine Daseinsberechtigung. Das Essen im Restaurant stillt den Hunger, die Ortsführung durch den Ort die geschichtlichen, geographischen oder biologischen Interessen. Und wo findet mein Angebot seine Daseinsberechtigung? In unserem lebenslangen Bedürfnis, innerlich zu wachsen, unserem wahren Selbst ein wenig näher zu kommen, uns zu spüren, uns besser zu verstehen, authentisch zu werden, weise, dankbar und gelassen.

Spielzeit ist also meine Einladung an dich, mit mir und anderen Menschen zu spielen. Unser Spielfeld ist dieser wunderbare Ort hier auf Sylt,  der Ort Keitum mit seinen engen Straßen entlang der alten Kapitänshäuser und dem Wattenmeer, das kommt und geht.

Ursprünglich wollte ich einfach nur mit netten Menschen aus allen Teilen der Welt spazierengehen, ein wenig durch den Ort und dann am Watt entlang, mein eigenes Netzwerk erweitern und anderen Menschen die Möglichkeit geben, gleiches zu tun. Vormals Fremde könnten Freunde werden. Ab und an würde auch eine Frage beantwortet werden, nach Möglichkeit aus der Gemeinschaft heraus; der Naturwissenschaftler würde die Gezeiten erklären, der Dachdecker der Fertigstellung eines Reetdaches, der Biologe die Pflanzen und Tiere und der Philosoph die wichtigen Fragen des Lebens. Geht Wohlstand auch mit weniger Konsum?

Die Begegnung mit einem jungen Ehepaar, Eltern von vier kleinen Kindern, ein Junge und drei Mädchen, ihre klare, ehrliche und liebe Art, haben mir geholfen, meine Idee etwas konkreter zu fassen. Als ich die junge Mutter, sie trug eine cremefarbene Seidenbluse, dazu einen dunklen Sommermantel, fragte, wann sie das letzte Mal Zeit für sich gehabt hätte, antwortete sie mir, sie sei in den letzten Wochen mehrmals an die Grenze ihrer Belastbarkeit gestoßen, auch weil in der Selbstständigkeit des Mannes, der mit zwei Eishörnchen, aus denen das Softeis über die Finger auf den Boden tropfte, hinterherging, größere Veränderungen zu bewältigen gewesen wären. Mir wurde klar (Rüm hart, klar kiming – weites Herz, klare Sicht), dass ich mein Angebot nur an einzelne Personen richten darf, nicht an Paare, um jeder Frau und jedem Mann eine Auszeit von 1 1/2 bis 2 Stunden zu schaffen, Zeit für eigene und fremde Gedanken.

Später öffnete sich mein Herz noch mehr, und auch die Sicht wurde klarer (Rüm hart, klar kiming): Ich wollte mehr, als einen geführten Spaziergang. Ich erinnerte mich an eine Textzeile von Friedrich Schiller: Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Ja, ich will mit meinen Gästen spielen. Von der Bushaltestelle im Zentrum von Keitum geht der Weg durch die engen Straßen im Ortskern direkt hin zur renaturierten Fläche der Keitum-Therme, um dort das Spiel und auch den Weg zu beginnen. 

Lass dich überraschen, so wie ich mich von dir überraschen lass. Wenn du jetzt die Befürchtung hast, ich würde den Spielekoffer öffnen und ihm Gummitwist, Hinkelsteine, Murmeln, Seifenblasen, Kreide, Springseile, Bälle und Flummis, Zigarren oder Matchbox Autos entnehmen, dann ist deine Befürchtung unbegründet. Unser Spielgeräte sind die Vorstellung, die Fantasie, die Erinnerung. Doch um ganz ehrlich mit dir zu sein: Ein konkrete Vorstellung vom Inhalt unserer Spiele habe ich noch nicht. Ich habe allenfalls eine Ahnung. Diese Ahnung genügt mir. Die Konkretisierung überlass ich der Kraft der Begegnung. Von drei Spielen habe ich jedoch eine ganz konkrete Vorstellung und ich bin sicher, dass sie zusammen in diesem wunderbaren Setting aus Natur, Mensch und Urlaub eine besondere Erinnerung schaffen. Und sollte uns allen die Lust am Spiel fehlen, dann erzähle ich halt von meinen Vorfahren, den Walfängern, den Gezeiten und aus dem Leben der Schönen und Reichen.

Ab dem 01.04.2020

Dauer 1 1/2 Stunden

nach vorheriger Abrede

015704 934 41

mail@joerg-ridder.de

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