Über mich

In den vergangenen 26 Jahren habe ich mich im Wesentlichen mit der “Warum-Frage” befasst. Warum habe ich Fußball gespielt? Warum erlernte ich ein Musikinstrument? Warum fragte ich sie, ob sie meine Freundin werden wolle? Warum habe ich so jung geheiratet? Warum wollte ich Anwalt werden? Warum wollte ich der Frau sagen, ich hätte mich in sie verliebt? Warum habe ich die Ehe aufgegeben? Warum lebt sie mit Ihm? Warum sagte ich, ich hätte mich verliebt in sie? Warum ist sie so?

Fast mein halbes Leben befasste ich mich mit Fragen, auf die es keine verlässlichen Antworten gibt. Allenfalls auf die Frage, warum ich Fußball spielte, weiß ich, es hat mir Freude gemacht. Auch später, als “Alter Mann”, zog ich die Fußballschuhe noch einmal an, weil es mir Freude machte. Ich hatte Spaß am Spiel. Auf alle anderen Fragen habe ich aufgehört, eine Antwort zu suchen. Es gibt keine richtigen Antworten. Und selbst wenn ich glaubte, einen Antwort gefunden zu haben, die Antwort hätte keinen Nutzen.

Heute frage ich mich: Was will ich? Wie fühlt es sich an, wenn ich habe, was ich will? Wie fühlt es sich in meinem Körper an, wenn ich an die eine oder andere Lösung denke? Dabei gebe ich meinem Bauchgefühl Zeit, um zu prüfen, ob das Gefühl immer noch da ist. Und ich lass mich gezielt verunsichern, indem ich möglichst viele Menschen um ihre Einschätzung bitte. Nur dann fühlt sich meine Entscheidung wirklich belastbar an.

Im Garten steht ein Baum. Er wächst. Gut, dass er keine Warum-Fragen stellt.